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Oliver Heil
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Oliver Christian Heil (5.10.1978- 11.7.2001)

Oliver 

Hiermit möchte ich jemanden 'verewigen', der mich manchmal fast zur Verzweiflung brachte und dann doch wieder zauberhaft charmant und einfach klasse sein konnte: Olli Heil.

Olli war ein Bewohner von Muggelring V und starb unter tragischen Umständen am 11.Juli 2001. Sein Tod macht mich sehr nachdenklich, denn aus rationaler Sicht ergibt er einfach keinen Sinn. Oliver hatte keinem etwas getan (o.k., viele blaue Flecken hatte ich seinetwegen schon am Schienbein, und wenn er zum tausendsten Mal ins Dienstzimmer kam, um einen Bleistift zu klauen oder um einen zu zwicken -übrigens klemmte er dann seine Zunge auf eine ganz bestimmte Weise zwischen den Zähnen ein, was ihm einen `fiesen Ausdruck` verlieh- , dann prüfte er damit schon das pädagogische Verhalten ("Bin ich jetzt freundlich und bitte höflich, das zu unterlassen, scheiß ich ihn zusammen, fessle ich ihn (das ist überzogen, nicht das noch irgendein Verdacht aufkommt...) oder widme ich mich ihm in der Form eines Spazierganges o.ä.?")). Olli prüfte einen manchmal schon -zumindest kam es mir so vor. Er war unheimlich clever: Bei meinem letzten Besuch auf der Gruppe im Juni rannte ich eine halbe Stunde durch Kork, weil er durchs Klofenster gehüpft war. Oliver fand immer irgendein Schlupfloch, konnte damit sehr kreativ sein und einfach seinen Dickkopf durchsetzen.

Derjenige Mensch, der ihm wohl am wichtigsten war, war sein Vater. Wenn Herr Heil auf die Wohngruppe kam, dann schlugen nicht nur die Herzen der weiblichen Mitarbeiter höher (Zitat: "Die Männer haben es so langsam immer schwerer bei mir, je mehr ich Herrn Heil kennenlerne!"), sondern auch Olivers. Besonders krass war es, wenn Olli nach einem Aufenthalt daheim wieder auf die Gruppe zurückkam: Er war sanft wie ein Lamm, 'sprach' mit uns ("U-ä!") und lächelte selig. Herr Heil tat seinem Sohn unheimlich gut, ging auf eine Art und Weise mit ihm um, die uns schwer beeindruckte und stand zu ihm, wie sonst wohl nur sehr, sehr, sehr wenige Eltern von behinderten Menschen dazu in der Lage sind. Olli hatte den besten Vater (z.B. nahm dieser ihm eine Kassette auf, auf der er selbst Olivers Lieblingslieder auf dem Klavier spielte und dazu sang), und ich denke, das wußte er auch. Herr Heil engagiert sich jetzt sehr für Mitarbeiter-Fortbildungen in Kork, damit solch ein Unglücksfall sich nicht noch einmal wiederholt, weshalb auch eine "Oliver-Heil-Stiftung" gegründet werden wird.

Mit Oliver Heil ist ein Teil von Muggelring V gestorben, ein sehr liebenswerter und charaktervoller Teil. Schade, dass das wohl nur wenige von den vielen Menschen, die auf seiner Beerdigung gewesen sind, wirklich wußten, denn sonst hätten sie ihn vermutlich besucht in Kork. Sollte man einem (geistig behinderten) Menschen nicht schon VOR seiner Beerdigung Liebe und Interesse entgegenbringen?

Olli, wir werden Dich nie vergessen, auch wenn (oder gerade WEIL) nun das Gras vor Mu V ungestört wachsen kann und nicht von Dir auf der gesamten Gruppe verteilt werden wird, auch wenn nun vieles wieder im alten Trott verlaufen wird. Ganz bestimmt werden wir Dich nicht vergessen!